Wer dachte, dass es nur in Ägypten Mumien gibt, der sieht sich getäuscht. Im chilenischen Quillagua finden sich ebenfalls Mumien, allerdings mit dem Unterschied, dass diese nicht von Menschenhand geschaffen wurden, sondern auf ganz natürliche Weise zu Mumien wurden. Was hat es mit den Mumien in Quillagua auf sich, und kann man sie besuchen?

Der trockenste Platz der Erde – Wüstenmumien im Video und auf Fotos

Es handelt sich bei dem kleinen Örtchen Quillagua nicht um irgendeinen Ort auf der Erde, sondern angeblich um den oder einen der trockensten Flecken auf der Erde. Etwa 280 Kilometer nördlich von Antofagasta, an den Ufern des Rio Loa, in der Gemeinde María Elena trifft der Besucher auf den aussergewöhnlichen Ort in der berühmten Atacamawüste.

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Frisches Leitungswasser sind ein Luxus in der abgelegenen Ortschaft, was allerdings mehr an den umliegenden Minen als an dem natürlichen Wasservorkommen hängt. Früher war der Ort ein wichtiges Drehkreuz von migrierenden Indios und damit soziale und kulturelle Anlauf- und Austauschstelle.

Mehr als 80 Fundorte mit Felsenmalereien wurden im Laufe der Jahre schon in der Umgegend ausgemacht. Einige werden auf ein Alter von 1 500 vor Chr. bis 1 500 nach Chr. datiert. Besuchenswert ist aber vor allem das Museo Municipal Antropológico de Quillagua, in dem eine Reihe von menschlichen Mumien zu sehen sind, die in kürzlich in Gräbern gefunden wurden. Die steinalten menschlichen Überreste sind erstaunlich gut erhalten. Zwar sind die chilenischen Mumien nicht ganz so alt wie die Konkurrenz in Ägypten, aber der ältesten Mumie wird ein Alter von 2700 Jahren zugesprochen.

Fotos von den Arbeiten an den Mumien

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