Jüngere Rucksacktouristen oder Backpacker wie sie sich selbst gerne nennen, oder genannt werden, können sich heutzutage kaum vorstellen, wie das Traveln mit dem Rucksack noch vor nicht allzulanger Zeit war. Um es knapp auszudrücken: es war umständlich, aber man kam auch überall hin. Wer konnte damals schon ahnen, dass Hundertausende von Rucksackreisenden unbedingt auf ein Wifi angewiesen sein werden, denn ohne Internetanschluss kein Facebook. Mutti zuhause kann man ja schnell mal anrufen und Bescheid geben, aber die Freunde in den sozialen Netzwerken wollen mehr als nur den Standort wissen.

Backpacker ohne Wifi

Heutzutage ist es wichtiger in einem Hostal einen gut funktionierenden Wifi-Anschluss zu haben, als ein gutes Bett. Auch die Hostels gehen mit der Zeit. Viele PCs für die Allgemeinheit wird man nirgends mehr finden, auch die Internet Cafes oder Cybershops sterben selbst in entfernten Regionen langsam aus. Weltweite, immer zur Verfügung stehende Verbindung, ist ein Muss. Das gilt nicht nur für das Netz, das gilt auch im gleichen Rahmen für die Orientierung. Ist kein eigenes GPS-Gerät am Mann, dann doch zumindest ein in ein Handy oder Smartphone integriertes. Auch hier wieder gilt: Hoffentlich ist ein Funkmast in der Nähe.

Old Fashion Reisen

Old Fashion Reisen

Gerade die mobilen Telefone sind ein unerlässliches Utensil aller Backpacker geworden. Mit preiswerten SIM Karten (Prepaidkarte oder Vertrag) lässt sich fast von jedem Winkel der Welt Verbindung aufnehmen. Wie was das bloss noch damals? Wer sich noch erinnert, der kennt die Warteschlangen vor den Poststationen oder den entsprechenden Fernmeld- und Kommunikationsstationen. In Asien durfte man zum Beispiel auf den Inseln der Philippinen Nummern ziehen und stundenlang warten, um mal einen internationalen Anruf (wenn es die Wetterlage erlaubte) durchzubringen. Man darf erst gar nicht von den Kosten reden. Rooming gabs auch damals schon, nur kannte den Begriff niemand, aber spätestens, wenn es daran ging die Telefonrechnung für eine kurzes Gespräch zu zahlen, wurde einem schnell klar, Auslandsgespräche werden anders abgerechnet.

Online Banking vor 15 Jahren. Was war das?

Wie einfach ist es heutzutage sich per Online Banking mal schnell einen Flug zum nächsten Reiseziel zu buchen. Intensiver monatelanger Vorausplanungen bedarf das nicht mehr. Selbst nationale Flüge lassen sich im jeweiligen Ausland bequem über deutsche Seiten buchen. Mit einer Visa Karte oder Kreditkarte oder einem PayPal-Konto ist das alles kein Problem mehr. Einige Backpacker haben das auch erkannt und sind gleich auf Reisen geblieben. Haben sie ihre Leidenschaft des Reisens zum Beruf gemacht und leben gut davon. Online Banking machts möglich.

Ohne Wifi

Ohne Wifi

Ältere Traveler erinnern sich bestimmt noch an die Reiseschecks, die man bei der Hausbank einkaufen musste. Nur damit konnte man im Ausland an frisches Geld zu einem relativ günstigen Wechselkurs kommen. Sicher gegen Missbrauch war die Schecks ebenfalls. Ein Anruf bei dem Provider genügte, und die entwendeten Karten waren gesperrt. Aber das Warten, das Warten an den Bankschaltern im Ausland, das kostete Nerven.

Reiseführer damals und heute

Wer sich heutzutage noch die Bibel der Reiseführer den Lonely Planet kauft, der ist nicht ganz dicht. Die Dinger brauchen eine gewisse Zeit bis sie ausgearbeitet und auf dem Markt sind. So zwei Jahre kann das dauern und in der Zeit ist viel passiert. In Südamerika wechseln vielfach die Besitzer von Restaurants, Hotels und Hostals jede Saison. Da war mal einer aufmerksam und gut, dann steht das im Reiseführer.

Unter Freunden in Südamerika

Unter Freunden in Südamerika

Kommt im Jahr darauf ein Gast auf Empfehlung dieser schweren unnützen Bücher hin, hat sich das Bild schon total geändert. Soziale Netzwerke, eigene Homepage, virtuelle Reiseführer, persönliche Reiseberichte, Empfehlungen, bestes Kartenmaterial in verschiedenen Auflösungen, das alles findet sich im Netz, womit wir wieder beim Anfang wären. Ohne Internet geht nichts.

Vorteile und Nachteile von Backpackerreisen  heute und damals

Die alten Backpacker werden es noch wissen. Sie können noch von Konversation und Gesprächen mit Einheimischen erzählen. Sie wussten noch wie man sich auf Reisen Freunde gemacht hat. Man musste nur sprechen – auch mit Händen und Füssen. Heutzutage sitzen Gruppen von Backpackern aus aller Welt zusammen und betreiben auch Konversation, jedoch nicht mit dem Bettnachbarn im Hostel, sondern mit dem Kumpel in Facebook. Auf den Bahnhöfen und Flughäfen oder auch Busstationen suchte man damals den Kontakt zu anderen Reisenden, um schnell vielleicht noch einen Tipp zu bekommen, wie man günstiger, schneller und besser an das gewünschte Reiseziel kommt. Heute reicht da das Internet.

Ohne World Wide Web geht nichts

Ohne World Wide Web geht nichts

Das alles mag zwar seine Vorteile haben, aber es geht zu Lasten des Flairs. Backpacking sollte kein Abhaken der besuchten Orte sein, sondern ein Lebensgefühl oder Lifestyle, bei dem man nicht so viel wie möglich mitnehmen sollte, sondern so intensiv wie möglich erleben sollte.