Die Zeitschrift International Living ist eine Institution auf diesem Gebiet, das will man ja nicht abstreiten, immerhin hat das Magazin eine Leserschaft von 420.000 – nicht schlecht, aber so ganz muss man auch nicht alles glauben was da drinn steht. Geschäftemacher tummeln sich zuhauf und geben Ihre Tipps ab. Negatives ist so gut wie gar nicht zu erfahren. Aber ok da muss sich jeder selbst mit befassen.
Die besten Auswandererländer 2009
Auf jeden Fall sieht es in diesem Jahr so aus, als habe Mexiko die erste Stelle als Auswandererland Nummer 1 eingenommen. Unglaublich, denn das kann nur wie immer bei International Living mit dem Preisen zusammenhängen. Wer denkt momentan daran nach Mexiko auszuwandern. Immerhin ist die Schweiegrippe dort noch ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens, wenn sich die Wellen auch etwas geglättet haben, aber nur deshalb, weil man sich daran gewöhnt hat. Hingewiesen wird auf den relativ leichten bürokratischen Akt, die Temperaturen und die Nähe zu den USA und Kanada und das ist auch einer der entscheidenden Punkte für dieses Magazin.
Ich seh das so: Wenn ich auswandere, darf mir die Nähe oder Ferne zum meinem Herkunftsland ziemlich egal sein.
Für weniger als 100.000 US Dollar kann man sich in Mexiko ein Beach House erwerben. Das hört sich gut an.
Nummer zwei auf der Liste ist überraschenderweise Ecuador. Auch hier gaben die geringen Lebenshaltungskosten den Auschlag für die gute Plazierung.
Gut ist der Spruch bei International Living: Zieh morgens 250 Dollar aus der Maschine und die Woche ist gelaufen. Für wen? Für eine Person, zwei – eine Familie? Was ist mit Schule usw . Was kostet das Colegio Aleman Humbold, Versicherung und Krankenversicherung. Das kann man in Uruguay auch, mit 1000 US Dollar im Monat leben, die Frage ist, wie und mit wieviel Personen.
Uruguay liegt übrigens auf Rang vier hinter Panama in der Liste der besten Auswandererländer.
Es wird schwierig mit Kindern. Allein für die Deutsche Schule in Uruguay und eine paar anderen Bildungsinstitutionen mit dem gleichen Niveau, muss man je nach Klasse, inklusive Anfahrt, Lernmaterial plus Ausflüge und dergleichen, mit 300 Euro im Monat rechnen. Vergessen Sie in Urugauy die öffentlichen Schulen (und auch in anderen lateinamerikanischen Ländern), denn der Unterrichtsausfall ist enorm, die wenigsten schliessen die Sekundarstufe ab. Meistens wird den Einwanderen erzählt, dass die Analphabetenquote in Uruguay die geringste in Südamerika ist, das mag stimmen – das wars denn aber auch schon.
Das Thema ist sehr komplex und lässt sich nicht mit ein paar Sätzen vom Tisch wischen. Die Probleme sind der Regierung bekannt und wöchentlich ist ein Bericht darüber zu lesen. Man muss allerdings auch keine 300 Euro bezahlen, aber ab 100 gehts los.
Über die Krankenversicherung muss man extra reden, da kommt es auch auf dem Standart an. Von – Bis. Ab 30 Euro gehts los, pro Monat pro Kopf. Das British Hospital verlangt 55 bis 70 Euro pro Person plus einige Extras, wenn man will.
Das Wetter: Ein weiteres schwieriges Thema. In Zentralamerika und Mexiko mit Ausnahme der Hurricansaison von den Temperaturen her bestimmt das ganze Jahr hindurch angenehm und erträglich. (Im Moment bildet sich gerade der dritte Tropensturm für dieses Jahr in der Nähe von Mexiko, und die Saison hat gerade erst angefangen)
In Argentinien, Chile (Süd), Brasilien (Süd), Uruguay und Ecuador in der Höhe durchaus überdenkenswert. Die Leute kommen in den Sommermonaten, lassen sich von dem schönen Wetter blenden und im Winter kommt dann die zum Teil brutale Ernüchterung: 0 Grad sind drinn und wenns dann regnet wird richtig unangenehm in den leichtgebauten Häusern.
Der Spruch in International Living ist lächerlich: you want to retire to the beach where you can sit on your balcony and watch the waves crash up on the sand…you can find it in Uruguay.
Über die Themen wie Kriminalität und Sicherheit reden wir erst gar nicht, dieser Punkt wird auch nicht gern bei International Living aufgegriffen. Mir liegt es fern, Leuten den Willen zum Auswandern zu vermiessen, doch sollte man zuweilen schon etwas Näher bei der Wahrheit bleiben, oder diese zumindest ins rechte Licht rücken.
Wer mutig ist und keine zu hohen Ansprüche stellt, finanziell etwas abgesichert ist, der kann allerdings recht zufrieden in den oben genannten Ländern leben.
Ach ja in Europa ist übrigens Italien das beste Auswandererland (Wer soll das bezahlen).
Lebensmittelpreise in Uruguay 2009







1 Antwort bis jetzt ↓
1 Juergen Zimper // Jul 19, 2009 at 12:21 pm
Ich bin kein Einwanderungshelfer mit einer
rosaroten Brille auf der Nase. Seit zwei Jahren
wohne ich in Uruguay, habe ein Haus ausgebaut,
sowie ein neues Haus nach europäischen Standart zu 90% hinbekommen. Es ist schwierig vom hier verwendeten Beton auf Kalk
umzusteigen. Dichtungsprobleme etc. kommen dazu. Eine komplette Bauaufsicht ist erforderlich.Verträge werden ansonsten unterlaufen. In Europa würde man von Betrug sprechen. Soweit, es gibt keine Negativeinträge.
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