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Der Massentourismus hinterlässt seine Spuren in der Flora und Fauna der Antarktis

May 20th, 2008 · Keine Kommentare

Der Massentourismus hinterlässt seine Spuren in der Flora und Fauna der Antarktis
Die Zahl der Besucher hat sich in den letzten 15 Jahren verfünffacht. Negative Auswirkungen auf die Pinguinbevölkerung und das Einschleppen fremder Pflanzenarten sind die Folgen. (Auszug: el periodico)
Dr. Martí Boada, Doktor für Umweltwissenschaften, gibt zu ” Die heilige Erde ist nicht mehr”. Die Mystik, die den eisigen Kontinent einst umhüllte hat mit der Evolution des Transportwesens seine Zauberkraft verloren. Ungefähr 40.000 Touristen strömen jährlich in die Antarktis. Sie kommen in Schiffen, sogar in grossen Airlinern seit dem vergangenen Januar. Der “Weisse Kontinent“ ist die Zone, die am schlimmsten unter der globalen Erderwärmung zu leiden hat und ist genaugenommen die meistbesuchteste Region der Welt, deshalb zeigen sich hier auch die negativen Auswirkungen des Tourismus auf die einheimische Flora und Fauna am stärksten.
Seit dem Jahr 1966, als die ersten Touristen in die Antarktis kamen, wächst deren Zahl kontinuierlich und hat sich in den letzten 15 Jahren sogar verfünffacht. Laut einigen Forschern gerät die Situation in manchen Gegenden ausser Kontrolle. Tatsache ist, die Transportdaten des Hafens von Ushuaia (Argentinien), dem Herkunftsort der meisten Kreuzfahrtschiffe, belegen, dass 58 % der Touristenboote unter der Flagge von Ländern fahren, die nicht den Antarktisvertrag unterzeichnet haben, und somit auch nicht gezwungen sind, die darin getroffenen Umweltschutzvereinbarungen zu berücksichtigen.
Negativbilanz
Boada, der im vergangenen Februar den Kontinent besuchte, um die Auswirkungen der menschlichen Rasse auf den Kontinent zu untersuchen, betrachtet die „Antarktisexpeditionen“ als eine Form des Tourismus, die starke Emissionen hinterlässt und somit zu einer Negativbilanz führt. Nach den Berechnungen des Wissenschaftlers verbraucht ein kleines Touristenboot ca. 6.000 Liter Kraftstoff täglich und produziert 200 kg Abfälle am Tag. Besonders negative Auswirkungen auf die Umwelt hinterlassen auch die Abenteuersportarten Snowboarding und Kayaking auf der „Weissen Erde“.
Video stolz aufgenommen nachts um 2 Uhr 30 in der

Antarktis (Schneefahrzeuge, Raupen, Snowboard)
Auf der Insel Decepcion, einem sehr frequentierten touristischen Anziehungspunkt aufgrund seiner vulkanischen Eigenschaften, baden die Touristen massenhaft in den heissen Quellen und richten so in der Region und der umliegenden Umgebung grösste Schäden an. Ein weiteres Problem sind die kleinen Privatyachten, die zwar nur wenig Besucher auf den Kontinent bringen, aber dennoch völlig ohne Kontrolle handeln.
Artenfremde
Die Mehrheit der Touristen, die den “Weissen Kontinent” betreten müssen sich einem Dekontaminierungsprozess (Einsprühen der Schuhsohlen) unterziehen, bevor sie das Boot verlassen. Trotz allem haben die Wissenschaftler mehr als 60 artenfremde Pflanzen bisher entdeckt. Unsichtbare Samen mit einer sehr potenten Kolonisationsstrategie kleben an den Kleidern und Haaren der Touristen und werden so auf den Kontinent eingeführt. Vorher existierten in der Antarktis nur zwei Arten von höheren Pflanzen, jetzt finden sich schon aufgrund des menschlichen Einflusses, Gräser und Pflanzen, die in den heimischen Gärten wachsen.
Die Tatsache, dass sich die Touristen zu sehr in die Nähe der Pinguinkolonien heranwagen, provoziert mit grösster Wahrscheinlichkeit Krankheiten und Fehlverhalten unter den Tieren. Zugegebenermassen kann man laut den Wissenschaftlern bisher noch keinen Beweis erbringen, dass der Tourismus grosse, schädliche Auswirkungen auf die Kolonien hat, doch auf lange Sicht werden die Effekte erkennbar werden, denn die Tiere werden bis zu 20 Jahre alt.
Nach Jahren der unkontrollierten Jagd auf den Blauwal erholen sich die Bestände erst sehr langsam. Schlimmer ist, dass die Krillbestände, die die Hauptnahrungsquelle der Riesensäuger und Pinguine darstellen, immer mehr zurückgehen. Das Abschmelzen und die Überfischung sind nun die beiden Hauptbedrohungen der Wale.
„Niemand in der Antarktis kontrolliert die Einhaltung der Normen bezüglich auf die Umwelt“ ,erklärt Boada und fügt hinzu,“dass die Besucher nur in kleine ausgesuchte Gebiete geführt werden dürften und man es vermeiden müsse, dass die Touristen mit ihren Schuhen an denen Samen u.a. kleben die Erde betreten (Stege).
Mehr Kontrolle
Inspektoren könnten z. B. mit den Touristenbooten reisen und somit die Einhaltung der Vorschriften garantieren. Auch wäre es notwendig die Quantität der Touristenströme, die in die Antarktis strömen, zu regulieren, auch ihrer eigenen Sicherheit wegen, damit sich solche Schiffskatastrophen wie im vergangenen Jahr (Nordkap und Explorer) nicht wiederholen.

Tags: Argentinien

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